Kirchturm- Förderer beziehen in der Öffentlichkeit Schelte

7 Juni 2013 von Maria Steinwehr Kommentieren »

Der Nordkurier berichtete in seiner Ausgabe vom 04.06.2013 Folgendes:

 

Von Jana Otto
Verärgerte Sponsoren und ratlose Fördervereinsmitglieder: Dieser Tag der Fördervereine wird den Lindenbergern lange in Erinnerung bleiben.

 

LINDENBERG. „Ich kann sehr gut damit leben, dass ein Erfolg viele Väter hat. Aber falsche Väter finde ich nicht gut“, sagt Hanns-Ludwig Viebahn, Vorsitzender des Fördervereins Kirche Lindenberg, ärgerlich. Ihm und seinen Mitstreitern fehlten die Worte bei dem, was die Vereinsmitglieder am Sonnabend zu hören bekamen. Da nämlich hatte die Kirche in Lindenberg Besuch. Anlässlich des Tages der Fördervereine begaben sich knapp 200 Vereinsvertreter der Nordkirche auf Besichtigungstour, die sie nach Stavenhagen und Verchen, aber auch nach, Lindenberg führte. Hier hatten sich 1996 engagierte Menschen zusammengetan, um Spenden für den Wiederaufbau des Kirchturms zu sammeln. Dank des jahrelangen Einsatzes der Mitglieder, unzähliger Spender und Patronatsmittel der evangelischen Kirche ist das im vergangenen Jahr auch gelungen (der Nordkurier berichtete). Doch von Anerkennung dieses Engagements war in den Worten von Pastorin Else Bernds-Fischer und dem Baubeauftragten imPommerschen Kirchenkreis, Ralf Schönberg, kaum etwas zu hören. Im
Gegenteil, der Förderverein musste sogar öffentlich Schelte einstecken. „Das Projekt wurde im Stillen angeschoben, Verträge wurden unterschrieben, ohne dass die Finanzierung stand und die Kirche miteinbezogen wurde“, schilderte Ralf Schönberg den überraschten Besuchern. Schönberg habe aufgrund fehlender Gelder zwischenzeitlich einen Baustopp verhängt, letztlich sei die Kirchgemeinde eingesprungen, um Rechnungen zu beglei-
chen. „Das ist einfach nicht wahr“, wehrt sich Hanns-Ludwig Viebahn. Am liebsten wäre er vor die Gäste getreten, um Dinge gerade zu rücken. „Doch das gehört sich nicht“, meint er nachdenklich. Der Vereinsvorsitzende bestreitet vehement, dass Geld für den Kirchturm-Bau oder für Planungsleistungen gefehlt habe. „Als der Baustopp verhängt wurde, hatten wir auch nach mehrmaliger Prüfung ein Plus in der Kasse.“ Vielmehr habe der Verein die durch den Baustopp verursachten Kosten tragen müssen, letztlich habe es aber sogar noch für die Holzverschalung des Turms gereicht. „Wäre es nach den beiden gegangen, würde der Turm heute noch nicht stehen“, schimpfte auch Irmtraud Carl beim Verlassen der Kirche.

Kontakt zur Autorin
j.otto@nordkurier.de

Mitglieder des Fördervereins hatten einen Stand aufgebaut, an
dem sich die Gäste über den Bau informieren konnten.

 

Ein Kommentar von Jana Otto

Mut nicht verlieren!

Ein Tag des Erfahrungsaustausches und des Dankes sollte dieser Fördervereinstag laut Ankündigung der evangelischen Kirche werden. In Lindenberg war von Dank nichts zuspüren. Vielmehr fühlten sich die Mitglieder des dor-
tigen Kirchturm-Fördervereins von Kirchenvertretern vorgeführt. Anerkennung für Geleistetes und Motivation weiterzumachen gab es nur wenig. Dabei sollte die Kirche froh sein, dass sie so engagierte Menschen hat, die sich hoffentlich nicht entmutigen lassen. Denn was wäre ein Gotteshaus ohne die Menschen, die es mit Leben erfüllen?

 

Quelle: Nordkurier, Demminer Zeitung vom 04.06.2013

 

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