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Turmspitze lockt viele Schaulustige an

Von unserem Redaktionsmitglied
Jana Otto

92 Jahre nachdem ein Blitzschlag den Kirchturm in Lindenberg zerstörte, konnte gestern nun ein neuer aufgesetzt werden – und das früher als gedacht.

 

LINDENBERG. „Meine Oma hat gesehen, wie der Turm einst abbrannte und ich sehe jetzt, wie er wieder aufgesetzt wird“, sagt Kornelia Böttcher bewegt. Und so empfanden gestern viele Gäste den Augenblick, als die neue, kupferbeschlagene Spitze zu Posaunenklängen auf den Lindenberger Kirchturm schwebte.Mitverfolgen konnte diesen Moment allerdings nur, wer rechtzeitig vor Ort war, denn anders als ursprünglich geplant, gingen die Vorbereitungen der Kranfirma, die am Morgen bereits anrückte, schneller als gedacht. „Bei der Besichtigung schätzten sie, dass sie zwischen 12 und 14 Uhr soweit sein könnten“, sagte Hanns- Ludwig Viebahn, Vorsitzender des Fördervereins Kirchturm Lindenberg. Und auf diese Zeitspanne richteten sich die meisten Interessierten dann auch ein. Allerding waren die Vorbereitungen dann schon gegen 10.30 Uhr abgeschlossen, so dass die Kirchturmspitze sich kurze Zeit später auf den Weg machte. Als sie gegen 11 Uhr sanft auf dem Turm abgesetzt wurde hatten es auch die ersten Sonnenstrahlen geschafft, sich durch die dicke Wolkendecke zu kämpfen. Und so strahlte die glänzende Spitze früher als gedacht in die Gegend und zog dann auch noch zahlreiche Schaulustige an. „Sie ist schon von Krusemarkshagen aus zu sehen“, berichteten die einen aufgeregt und auch aus der Kentzliner Richtung waren solche Stimmen zu hören. Zwar hatten einige das direkte Aufsetzen verpasst doch die meisten konnten dann noch zuschauen, wie der Wetterhahn in einer zweiten Auffahrt des riesigen Krans auf der Turmspitze befestigt wurde. Bereits einen Tag zuvor war die Turmspitze aus einer Lindenberger Werkshalle an den Fuß der Kirche transportiert worden. Und so manch einer hatte kein gutes Gefühl dabei, das kupferbeschlagene Gebilde über Nacht unbeobachtet auf der Wiese liegen zu lassen. Groß war die Angst vor Langfingern, die ja vielerorts unterwegs sind, um Metall zu stehlen. Eine Chance hätten diese Spitzbuben allerdings nicht gehabt, denn die Turmspitze stand quasi die ganze Nacht über unter Beobachtung. „Ich habe regelmäßig aus dem Fenster geschaut“, erzählt Elke Borchert lachend. Für sie, in unmittelbarer Nachbarschaft wohnend, sei es eine Selbstverständlichkeit gewesen, wachsam zu sein. Einen kurzen Schreckmoment habe sie gegen 4.30 Uhr erlebt, als sie diffuses Licht vom Fenster aus sah. „Das war aber nur ein Jäger mit einem besonderen Fernglas“, stellte Elke Borchert beruhigt fest. Nach der Anspannung der vergangenen Wochen, denn immer wieder galt es kleinere Hürden zu überwinden, war vor allem Hanns- Ludwig Viebahn die Freude an diesem Tag regelrecht im Gesicht abzulesen. „Ich bin sehr erleichtert“, sagte der Vereinsvorsitzende im Anschluss. Der größte Teil des Wiederaufbaus des Kirchturmes ist damit nämlich beendet. In den nächsten Wochen bekommt das Verbindungsstück zwischen Spitze und Sockel, der sogenannte Turmhelm, noch seine Holzkonstruktion und den Kupferbeschlag. Und ein Lichtband muss noch gesetzt werden. Bis zum Osterfest sollen diese Arbeiten und damit dann auch der erste Bauabschnitt fertig sein. Am Himmelfahrtstag, dem 17. Mai, wird der Turm in einem festlichen Gottesdienst eingeweiht. Doch abgeschlossen ist das Lindenberger Projekt damit noch längst nicht. In einem weiteren Bauabschnitt soll schließlich eine Winterkirche entstehen. Dafür sammeln die Vereinsmitglieder weiter fleißig Spenden. Und auch eine neue Glocke soll möglichst noch in diesem Jahr in den Kirchturm eingebaut werden. „Die alte kann dort nicht mehr hinauf und muss ersetzt werden“, erläuterte Pastorin Else Bernds-Fischer.

 

Kontakt zur Autorin
j.otto@nordkurier.de

 

Die vier Tonnen schwere Spitze schwebte dank eines großen Krans langsamauf den Kirchturm-Sockel zu.

 

In luftiger Höhe bekam der Turm schließlich noch einen Wetterhahn aufgesetzt. FOTOS: JANA OTTO

 

Mitglieder des Beggerower Posaunenchores begleiteten das Aufsetzen der Turmspitze musikalisch.

 

Quelle: Nordkurier, Demminer Zeitung vom 22.03.2012

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Kinder erobern Kirchturm- Spitze

LINDENBERG. „So nahe kommen wir da nicht mehr ran“, sagt Sabine Carl. Und so ergriff die Leiterin der evangelischen Kita „Zwergenstübchen“ in Lindenberg eine einmalige Chance: Die Mädchen und Jungen der Kindertagesstätte schauten sich schon einmal die Kirchturmspitze an, die momentan noch in der Werkstatt des Stahl- und Metallbau-Unternehmens Viebahn in Lindenberg liegt. Beeindruckt von der Größe – die Turmspitze füllt eine große Fläche in der Halle aus – staunten die Kinder über das Gebilde. „Sieht aus wie eine Rakete“, stellten die Kleinen dann schließlich fest und die Erzieherinnen Sabine Carl und Angela Fritz mussten ihnen lachend recht geben.
Die Idee, den Kindern einmal zu zeigen, was hinter den Werkstatttüren gebaut wird, hatte Sabine Carl, die sich sowohl in der Kirchgemeinde als auch im Förderverein engagiert. „Wir haben die Bauarbeiten draußen an der Kirche in den vergangenen Monaten mit den Kindern ja beobachtet und mitverfolgt“, sagt sie. Und da die Kirchturmspitze im gleichen Ort gefertigt wird, lag der Gedanke nahe, den Kindern den Turm zu zeigen. „Das ist für uns und die Kinder eine einmalige Chance, so nahe an die Turmspitze zu kommen“, findet Sabine Carl. Die Mädchen und Jungen könnten so auch noch in vielen Jahrzehnten erzählen, dass sie dabei waren, als die Turmspitze gebaut wurde. Denn während sich
die Kinder in aller Ruhe umschauen konnten, waren Mitarbeiter des Unternehmens damit beschäftigt, die Holzkonstruktion des Kirchturms mit Kupferblech zu beplanken. Dass die Mädchen und Jungen der örtlichen Kindertagesstätte so
nahe an der Spitze waren, wurde sogar für die Nachkommen festgehalten: Sabine Carl verewigte den Besuch mit Bleistift auf etwas Holz, das noch hervorlugte.  (JOT)

Über die Größe des Kirchturms staunten die Kinder der evangelischen Kita in Lindenberg. Das Gebilde schauten sie sich in einer Lindenberger Werkstatt an. FOTO: JANA OTTO

Quelle: Nordkurier, Demminer Zeitung, 14.02.2012